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Die Geschichte der Gemeinde Urmitz

 

Aus der Chronik „Die Geschichte der Gemeinde Urmitz“ von Reinhard Gilles, in der Sie viel Wissenswertes über Urmitz und seine Traditionen lesen können, finden Sie hier einen kurzen Auszug.

 

 

Die Skizze zeigt den hufeisenförmigen Umriss des etwa 100 Hektar großen „Urmitzer Erdwerks“ zwischen Urmitz und Weißenthurm in der Mülheim-Kärlicher Gemarkung. Die Befestigungsanlage aus der Jungsteinzeit bestand von 3700 v. Chr. bis 2500 v. Chr.
In gleicher Skizze erkennen wir die übereinander gelagerten Grundrisse zweier römischer Kastelle, auch „Drusus-Kastell“ genannt (bei Stromkilometer 604). Hier soll Caesar 55 bzw. 53 v. Chr. eine Brücke über den Rhein gebaut haben.

 

754-768

Erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens „villa Auromuncio“ (Urmitz) als Ort der Ausstellung zweier Schenkungsurkunden zugunsten des Klosters Fulda.

 

1022

Kaiser Heinrich II. schenkt das zum Königshof Koblenz gehörende Hofgut „Hormunzi“ (Urmitz) dem Bistum Bamberg.

1202

Graf Heinrich II. von Sayn stattet die Prämonstratenserabtei Sayn mit Gütern in „Ormunze“ (Urmitz) und Kaltenengers aus.
Gleichzeitig erhält Graf Heinrich II. von Sayn die Vogteirechte über die bambergischen Güter in Urmitz.

 

1204

Erste schriftliche Erwähnung der „Pfarrei Ormunze“ (Urmitz)

 

1652

Die Vogteirechte zu Urmitz werden von den Sayner Grafen an Kurtrier übertragen. Der Schultheiß und sieben Schöffen verkörpern mit dem Vogt das Urmitzer Schöffengericht als niedere Gerichtsbarkeit. Dieses ist zuständig für Urmitz, Kaltenengers, St. Sebastian und Kesselheim.
1731 werden St. Sebastian und Kesselheim dem Engerser Gericht angegliedert.
Das Hochgericht des Amtes Bergpflege, wozu Urmitz gehört, befindet sich auf dem Bubenheimer Berg.

 

1724

Am 13. Mai wandern 29 Urmitzer Bürger, darunter 14 Kinder und Jugendliche, nach Ungarn aus. In Ulmbach/Banat (heutiges Rumänien) erhoffen sie sich eine neue Heimat.

 

1772

Die alte gotische Kirche (erbaut etwa 1500) wird abgerissen und eine neue Barock-Kirche gebaut.

 

1776

Am 11. August, nach Fertigstellung der reichen barocken Innenausstattung, wird die Kirche von dem Trierer Kurfürst und Erzbischof Clemens Wenzeslaus feierlich geweiht.
Die Kirche wird 1784 als die schönste Kirche des Amtes Bergpflege bezeichnet.

 

1788

Anstelle des alten Gemeindehauses wird in der Schulgasse (Rheinstraße) ein Gemeinde- und Schulhaus mit einem Klassenraum und einer Lehrerwohnung erbaut.

 

1794

Französische Revolutionstruppen besetzen das linksrheinische Gebiet.

 

1802

Für die linksrheinischen Gebiete gilt nun die französische Verfassung. Urmitz gehört offiziell zu Frankreich, im Rhein-Mosel-Departement, zum Kanton Rübenach und zur Mairie St. Sebastian.

 

1813/14

Um die Jahreswende überqueren verbündete russische und preußische Truppen den Rhein. Die französischen Truppen werden nach Frankreich zurückgetrieben.

 

1815/16

Urmitz gehört zur Bürgermeisterei St. Sebastian, im Landkreis Koblenz und zur Preußischen Rheinprovinz.

 

1854

Johann Elingshausen stellt in Urmitz die ersten Schwemmsteine (Bimssteine) her.

 

1870

Erweiterung der Schule in der Schulgasse auf zwei Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen.

 

1879

Urmitz gehört zur „Bürgermeisterei Bassenheim zu Weißenthurm“ mit dem Verwaltungssitz in Weißenthurm.

 

1893

Bau eines zusätzlichen Schulhauses mit einem Klassenraum und einer Lehrerwohnung im Schlöffchen (Jahnstraße)

 

1916-1918

Bau der Eisenbahnbrücke als Bogenbrücke, „Kronprinz-Wilhelm-Brücke“ genannt. Die Brücke erhält einen Fußgängersteg.

 

1923/24

Bau des Glockenturmes, zunächst noch ohne Helm.

 

1925

Am 10. August Einweihung der neuen Schule im Oberdorf (Hauptstraße) mit vier Klassenräumen und vier Lehrerwohnungen (Erweiterungen des Schulgebäudes 1953 und 1966).

 

1935

Am 15. September wird der Bahnhaltepunkt „Urmitz-Rheinbrücke“ in Betrieb genommen.
Urmitz erhält sein Ortswappen mit St.Georg, dem Drachentöter und dem Trierer Kreuz.
Urmitz gehört nun zum „Amt Weißenthurm“.

 

1945

Am 6. Januar trifft eine amerikanische Fliegerbombe das Haus Hauptstraße 26. Sieben Menschen sterben.
Am 9. März, gegen 7.30 Uhr, wird die „Kronprinz-Wilhelm-Brücke“ von deutschen Pionieren gesprengt, obwohl sich noch viele deutsche Soldaten bei ihrem Rückzug auf der Brücke befinden und in den Tod gerissen werden.
Am Nachmittag desselben Tages rücken amerikanische Panzer in Urmitz ein.

 

1953

Vollendung des Glockenturmes mit dem Helmaufbau.

 

1952-1954

Wiederaufbau der Eisenbahnbrücke in der Rautenstrebenfachwerk-Konstruktion, zunächst nur für den eingleisigen Verkehr.

 

1956

Am 25. August brennt der Holzbohlenbelag der Brücke. Die Brücke ist nicht mehr befahrbar.
Nach langwierigen Reparaturarbeiten wird im Mai 1957 der eingleisige Zugverkehr wieder aufgenommen.

 

1961/62

Erweiterung der Kirche um zwei Seitenschiffe.

 

1962

Nach dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung der Strecke Neuwied-Koblenz, wird die nun voll funktionsfähige Brücke am 22. September dem Verkehr übergeben.

 

1963

Im November wird der Brückensteg für Fußgänger und Radfahrer wieder geöffnet.

 

1968

Urmitz gehört nun zur „Verbandsgemeinde Weißenthurm“.

 

1981

Beginn der Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Les Noes.

 

1987

Der Bahnhaltepunkt „Urmitz-Rheinbrücke“ wird außer Betrieb genommen.

 

2004

Urmitz feiert: 1250 Jahre Urmitz und gleichzeitig 800 Jahre Pfarrei Urmitz.

 

2006

28.Mai, Reaktivierung des Bahnhaltepunktes „Urmitz-Rheinbrücke“

 

 

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