Peter Hoefer
Im Lehpfad 15
56220 Urmitz
Tel.(02630) 6192
In einer ländlichen Gemeinde wie Urmitz waren Kaninchen allen Einwohnern bestens bekannt.
In der Kriegs- und Nachkriegszeit wurden in fast jedem Haus Kaninchen gehalten, um den Speisezettel in den Familien zu bereichern. Auch dienten die Kaninchen manchmal als Tauschobjekte gegen andere Lebensmittel oder Brennstoffe, die man bei den Besatzungen der Rheinschiffe erhalten konnte.
Damals waren alle Kaninchen in Urmitz Kreuzungstiere, Rassekaninchen waren hier nicht bekannt. Das erste Rassekaninchen erhielten wir im Tausch gegen ein anderes rasseloses Tier im Jahre 1958 von einem Handwerker aus Oberlahnstein. Es gehörte zur Rasse ,,Blaue Wiener" und wurde von vielen Nachbarn und Freunden ausgiebig begutachtet. Mir war schnell klar, dass dies kein Schlachtkaninchen im üblichen Sinne werden sollte. Ein weiteres wurde zugekauft und somit hatten wir sehr schnell nur noch Blaue Wiener im Stall.
Als Rassekaninchenzüchter muß man einem Zuchtverein angehören, damit die Kaninchen tätowiert werden können. Im Zuchtverein Kesselheim wurde ich Mitglied. Nach einer Werbeschau dieses Vereins in Urmitz stieg das Interesse an Rassekaninchen in Urmitz, so daß am 04. Januar 1964 im Gasthaus ,,Deutscher Rhein" hier ein Kaninchenzuchtverein gegründet wurde. Der Verein wurde den Kreisverband Koblenz und dem Landesverband Rheinland-Nassau zugeordnet. Wir erhielten die Kennzeichnung “RN 104", mit der fortan alle Rassekaninchen unseres Vereins tätowiert wurden. Gleich im ersten Jahr unseres Bestehens erhielten 318 Kaninchen diese Kennzahl und wir veranstalteten am 25. Oktober 1964 unsere erste Ausstellung im Saale ,,Deutscher Rhein". Lebhaftes Interesse fand diese Ausstellung bei der Bevölkerung, waren doch schon Kaninchen aus 11 Rassen zu sehen. Anschließend konnten wir einige neue Mitglieder aufnehmen.
Die Vereinstätigkeit beschränkte sich nicht nur auf züchterische Arbeiten, auch das gesellige Miteinander wurde stets gepflegt. Hier war der Verein in den ersten Jahren besonders aktiv. In- und ausländische Ausstellungen wurden gemeinsam besucht. Damals fühlten sich die Mitglieder wie eine große Familie und man hatte, obwohl die Arbeitszeit viel länger war als heute, mehr Zeit füreinander. Einige Züchter aus den damals noch selbstständigen Gemeinden Mülheim und Kärlich wurden hier Mitglied, deshalb erweiterten wir den Vereinsnamen 1971 in Urmitz-Mülheim-Kärlich. Damit wurden wir einer der aktivsten Vereine im Landesverband.
1970 wurde eine Jugendgruppe und 1977 eine Frauengruppe gegründet, die sich mit der Verarbeitung von Fellen und Angorawolle beschäftigte. Im Jahre 1999 feierten wir in der Rheinlandhalle Mülheim-Kärlich unser 35-jähriges Bestehen und das 50-jährige Bestehen des Landesverbandes mit einem Festabend, auf dem etwa 100 Ehrengäste aus ganz Deutschland zu Gast waren. In diesen 35 Jahren haben wir 17 lokale Kaninchenausstellungen, 7 Kreisverbandsausstellungen, 1 Landesverbands-Jungtier-Ausstellung, 2 große Landesverbands-Ausstellungen und eine Schau aller Sparten des Landesverbandes mit Beteiligung der Herdbuchzüchter aus Baden, der Pfalz, dem Saarland und Württemberg. Eine neue Form von Ausstellungen haben wir 1997 und 1999 eingeführt um nach der allgemeinen Ausstellungszeit den Züchtern im Januar/Februar noch Gelegenheit zum Kauf oder Tausch von Zuchttieren zu geben, da seit einigen Jahren Bahn und Post keine Tiere mehr befördern dürfen. Diese Form kam sehr gut an und wird alle 2 Jahre durchgeführt.
Unsere Mitglieder beschränken ihre Arbeit nicht nur auf Vereinsebene, sondern arbeiten auch aktiv im Kreisverband, Landesverband und Zentralverband mit. Auf den Bundesschauen, die alle 2 Jahre stattfinden und mit bis zu 33.000 Kaninchen beschickt sind konnten wir einige Bundesmeister-Titel. und Bundessieger- Titel erringen. Rasse-Kaninchenzucht ist unser ,,lebendiges” Hobby.
Kaninchenzuchtverein RN 104
Urmitz-Mülheim-Kärlich e.V.
Vorsitzender:
Peter Hoefer
Lehpfad 15 56220 Urmitz-Rhein
Telefon 02630-6192