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St. Martin

In jedem Jahr findet mit den Kindern im November ein Laternenumzug zum Martinsfeuer statt. Dies ist Teil einer langen Tradition zu Ehren des Heiligen Martin, Bischof von Tours (frz.), dessen Todestag der 8.11.397 war.

In einer Projektwoche der Grundschule Urmitz unter der Leitung von Frau Marliese Häring wurden alte Bräuche zum Martinstag zusammengetragen:

Unsere Großeltern erzählen, dass es zu ihrer Kinderzeit schon den Fackelzug zum "Meerdesfeuer" (Martinsfeuer) gab. Als Laterne für den Martinszug höhlten die Kinder eine dicke Knolle aus, schnitzten ein Gesicht hinein oder bastelten etwas anderes daraus und erleuchteten sie mit einer Kerze. Für die schönsten Knollenlaternen gab es einen Preis.
Nach dem Fackelzug gab es zu Hause keine Martinsgans, sondern "Döbbekoche".
Das Brennmaterial für das Feuer sammelten die Jungen des letzten Schuljahrgangs (früher 8. Schuljahr Volksschule). In den Herbstferien trugen sie das Kartoffelstroh von den Feldern zusammen, und einige Tage vor dem Martinsabend zogen die Jungen mit einem großen Leiterwagen durch das Dorf und sammelten noch anderes Brennmaterial wie Stroh, Körbe, alte Mannen, Holzreisig und anderes.

Dabei sangen sie folgende Liedverse:

So wurde das Martinsfeuer aufgebaut:
Trockenes Material, Körbe, Reisig und Stroh innen, Kartoffelstroh außen.
So bekam das Feuer von unten Luft und brannte gut.

Auch heute noch wird für das Martinsfeuer gesammelt. Der Brauch wird von Jahrgang zu Jahrgang weitergegeben. Die Mädchen und Jungen des 9. Schuljahres übernehmen den von der Gemeinde gekauften Traktoranhänger, ziehen diesen mit Muskelkraft von Haustür zu Haustür und sammeln Brennmaterial, wobei sehr darauf geachtet werden muss, dass nur urnweltverträgliche Stoffe zum Feuer kommen.

Seit 1995 gibt es auch die alte Tradition der Fackelprämierung wieder in Urmitz. Vor dem Martinszug treffen sich alle Kinder, die eine Laterne oder Knolle selbst gebastelt haben, vor dem Rathaus. Eine Jury hat dann die schwere Aufgabe, aus den wunderschönen Laternen die allerschönsten auszusuchen. Hierfür gibt es dann Preise.
Aber kein Kind geht mit leeren Händen nach Hause, denn für den Fleiß erhält jedes Kind ein Präsent.

Dass die Aktion bei den Kindern gut ankommt, zeigt die große Zahl der Teilnehmer.

Da es heute keinen Bauern mehr in Urmitz gibt, der Knollen anpflanzt, kauft die Gemeindeverwaltung die Knollen. Die Kinder bekommen die Knollen dann eine Woche vor St. Martin kostenlos zur Verfügung gestellt.

Kontakt

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