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Alter Dorfpranger

Bei genauem Hinsehen bemerkt man an der Ecke Kirchstraße / Hauptstraße an dem Eckhaus Nr. 38 ganz unten an der Hausecke das Stück eines gekehlten Rundplattensegmentes aus Basalt. Der größte Teil der Platte ist überbaut.

Dies ist unser alter Dorfpranger, das Exekutivinstrument der sogenannten niederen Gerichtsbarkeit, die für kleinere Vergehen zuständig war. In der Mitte des breiteren Wulstringes ist noch der Rest eines mit Blei eingegossenen oder eingehämmerten Eisenbolzens zu erkennen, der früher einen Ring zum Durchziehen der Fußfessel des Missetäters trug.

Noch 1941 soll die Erinnerung an den Brauch, dass hier sonntags nach dem Hochamt der Deliquent zum Spott der Kirchenbesucher angeschlossen wurde, lebendig gewesen sein. Nach derselben, aber als unsicher bezeichneten Quelle soll sich um den Stein auch ein Fruchtbarkeitskult der Frauen ähnlich dem beim Paradiesapfelstein in Irlich, gerankt haben.

Das Haus selbst, früher ein sehr schöner Fachwerkbau, um 1960 "renoviert" und im Juli 1972 ganz abgerissen, war wahrscheinlich die alte Schule aus dem Beginn des vorigen Jahrhunderts, vielleicht auch noch aus kurfürstlicher Zeit, und als öffentliches Gebäude an der vielbegangenen Haupt- und Kirchstraße für einen Prangerstandort besonders geeignet.

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