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Das alte Friedhofskreuz von 1720

Stifter Diederich Schüller

Urmitz Friedhof Kreuz

Während des Karfreitag-Gottesdienstes 2003 erfolgt die Segnung des restaurierten Friedhofskreuzes, welches in der Apsis des östlichen Seitenteils unserer Kirche einen neuen Platz gefunden hat. Die Geschichte dieses Kreuzes soll hier kurz geschildert werden:

Im Jahre 1720 stiftete Diederich Schüller aus Kaltenengers das große Basaltkreuz, welches heute an der östlichen Grenze unseres Friedhofes steht, mit einem Korpus aus Eichenholz geschnitzt, der sich nun auf einem neuen Holzkreuz in der Kirche befindet.

Auf dem Sockel des Basaltkreuzes finden wir den Stiftertext "ZU EHREN GOTTES HATT MICH GESTIEFTET DIEDERICH SCHULER VON CALTENENGERS 1720". Von dem Künstler bzw. Handwerker, der dieses Kreuz geschaffen hat, ist nichts bekannt.

Es ist aus heutiger Sicht verwunderlich, dass ein Bürger aus Kaltenengers dieses Kreuz für den Urmitzer Friedhof stiftete. Wir wissen aber, dass Kaltenengers bis 1869 zur Pfarrei Urmitz gehörte und die Kaltenengerser nach dem Tode auf dem Kirchhof in Urmitz begraben wurden.

Das große Friedhofskreuz hatte seinen Platz auf dem Kirchhof (Friedhof) bei der alten Kirche.

Im Sterberegister der Pfarrei St. Georg Urmitz steht: "26. April 1729 (starb) Schüler Theodorus civis in Caltenengers fundator anniversarii solemnis et lapideae crucis in coemiterio erectae". Die sinngemäße Übersetzung besagt, dass Theodorus Schüler (Diederich Schüller), dem Stifter des steinernen Friedhofskreuzes, jährlich eine feierliche Seelenmesse (Jahrgedächtnis) zugesichert wird (ohne zeitliche Begrenzung).

Als 1772 die alte Kirche abgerissen und die jetzige Kirche erbaut wurde, ist wahrscheinlich das Kreuz innerhalb des Kirchhofes versetzt worden. Im Jahre 1842 wurde der neue Friedhof am Ortsausgang angelegt und das große Friedhofskreuz dorthin umgesetzt. Seinen jetzigen Standort, an der östlichen Grenze des erweiterten Friedhofes, fand es im Jahre 1967. Bis dahin war der Holzkorpus durch einen Zinkblechbogen nur unvollkommen gegen die Witterung geschützt.

Urmitz Friedhof Kreuz

1967 wurde der Holzkorpus vom großen Basaltkreuz abgenommen und auf einem Holzkreuz an der überdachten Außenwand der neuen Friedhofskapelle angebracht.
Das blanke Basaltkreuz (ohne Korpus) wirkte nun sehr trostlos. Im März 1993 stiftete Hans Reif für das alte Basaltkreuz einen Basaltkorpus, welcher von dem Bildhauer Hans-Joachim Hippel aus Mayen gefertigt wurde. Als Vorlage für diesen Basaltkorpus diente ein Torso aus Sandstein der sich seit langer Zeit im Pfarrhaus befindet.

Der alte Holzkorpus auf dem Holzkreuz an der überdachten Westseite der Friedhofskapelle war leider nicht mehr sicher. Im Sommer 2001 wurde der Fußnagel gestohlen. Der Korpus hatte keinen festen Halt mehr und war außerdem renovierungsbedürftig. Dazu kamen einige negative Vorkommnisse innerhalb unseres Ortes, wie Diebstahl der Bilder aus dem Heiligenhäuschen am Kreuzgässchen, Beschädigung des Kreuzes am Hause Mohr in der Ringstraße und Zerstörung bzw. Diebstahl von Heiligenfiguren aus dem Heiligenhäuschen am Les-Noes-Platz. So entschloss man sich schweren Herzens im November 2001 das Kreuz von der Außenwand der Friedhofskapelle zu entfernen.

Herr Dechant Walter Bucher und Herr Ortsbürgermeister Manfred Kuhn waren sich einig, dem Kreuz einen sicheren und würdigen Platz zu geben. In Absprache mit Herrn Dr. H.-B. Busse, Konservator des Bistums Trier, wurde die leere Apsis im östlichen Seitenteil der Kirche für die Anbringung des Kreuzes bestimmt.

Dazu wurde zunächst von Herrn Manfred Dahlem, Meister und geprüfter Restaurator im Tischlerhandwerk, wohnhaft in Spay, ein neues Holzkreuz aus Eichenholz angefertigt, welches mit den Maßen des alten Basaltkreuzes (von 1720) auf dem Friedhof genau übereinstimmt.

Die Restaurierung des Christuskörpers übernahm Frau Brigitte Hartmann, Diplom-Restauratorin, aus Köln. Dabei konnte Frau Hartmann bei genauer Untersuchung die ursprüngliche Farbschicht ermitteln. Gemäß dieser ersten Farbfassung von 1720, wurde nun der Korpus fachgerecht restauriert.

Nach der Restaurierung wurde das Kreuz in der Apsis des östlichen Seitenteils unserer Kirche angebracht. Somit kam das Kreuz an seinen ersten Ort (1720) zurück, in den Bereich des früheren Kirchhofes bei der alten Kirche.

Die nachfolgenden Generationen sollen aber wissen, dass das große Basaltkreuz auf dem jetzigen Friedhof und der Holzkorpus auf dem Holzkreuz in der Apsis der Kirche zusammengehören.

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