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Der Urmitzer Löwe

Im Sockel des Hauses Hauptstraße Nr. 60 schaut ein imposanter Löwe den Passanten mit bleckenden Zähnen an.

Alter und Bedeutung dieser Skulptur sind nicht geklärt. Ihre jetzige Lage im Ortsteil "Am alten Schloß", wo man Traßquadern aus römischer Zeit ausgegraben hat, und die Art der Arbeit lassen die Herkunft von einem römischen Gutshof oder Amtsgebäude nicht ausgeschlossen erscheinen. Ähnliche Köpfe gab es früher an der "Porta Paphia" in Köln.

Mit den Abbildungen von Löwen und anderen Ungeheuern war schon von jeher ein Abschreckungs- und Abwehrzauber verbunden. Dr. Peter La Baume hält den Urmitzer Löwen für eine hochmittelalterliche Arbeit. Er spricht den Kopf als Rechtsdenkmal aus unbekannter Zeit an. An anderer Stelle teilt Dr. Röder u.a. mit, dass Architekturteile aus dem beim Einmarsch der Franzosen 1794 zerstörten Kärlicher Schloß von der Bevölkerung gern in ihre Häuser eingebaut wurden. Er deutet dieses Handeln auf abergläubische Vorstellungen, die im deutschen Volksglauben mit dem Stein verbunden werden. Besonders den alten Steinplastiken soll eine ganz besonderer Kraft innewohnen.

Spolienraub dürfte es auch bei der Zerstörung des Schlosses Schönbornslust bei Kesselheim im gleichen Jahr gegeben haben. Bei Raubstücken aus den kurfürstlichen Schlössern wird es sich aber eher um Vollplastiken gehandelt haben, als um medaillonartige Halbplastiken, wie unser Löwenkopf eine darstellt.

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